Sebnitz trägt seine Geschichte offen zur Schau – man muss sie nur zu lesen wissen. Fassaden, Straßenzüge und Plätze erzählen vom Weg eines Leinenweberortes an der böhmischen Grenze, der sich innerhalb weniger Jahrzehnte zur „Kunstblumenstadt“ von europäischem Rang wandelte. Der Historische Stadtrundgang der Städtischen Sammlungen Sebnitz macht diesen Wandel sichtbar – Schritt für Schritt, Haus für Haus.
Der rund neunzigminütige Rundgang beginnt an den Städtischen Sammlungen in der Hertigswalder Straße und führt durch die historische Innenstadt. Unterwegs wird deutlich, wie sich die großen Umbrüche des 19. Jahrhunderts in das Stadtbild eingeschrieben haben: die Zeit der Hausweberei mit ihren bescheidenen Wohn- und Arbeitshäusern, der Aufstieg der Kunstblumenindustrie mit Manufakturen, Fabrikantenvillen und bürgerlichen Repräsentationsbauten – und dazwischen die Geschichten der Menschen, die diesen Wandel trugen: Weber und Blumenmacherinnen, Fabrikanten und Händler, Handwerker und Gelehrte.
Neben der Architektur kommen die kleinen und großen Begebenheiten der Stadtgeschichte zur Sprache – Anekdoten, Schicksale und Überlieferungen, die in keinem Reiseführer stehen und Sebnitz erst wirklich lebendig machen.
Der Stadtrundgang findet am 7. August, 4. September und 2. Oktober 2026 statt. Beginn ist jeweils 16 Uhr an den Städtischen Sammlungen Sebnitz, Hertigswalder Straße 12–14. Die Teilnahme kostet 5 Euro pro Person; um Anmeldung unter Telefon 035971 80730 wird gebeten. Der Rundgang dauert etwa 90 Minuten und ist ohne besondere Anforderungen an die Kondition zu bewältigen.
