Demografie

Säulendiagramm

Demografie-Fokus

Dieser wurde im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Demografie-Fokus“ von der Arbeitsgemeinschaft Wend+Panse im Auftrag der Sächsischen Staatskanzlei durchgeführt. Ziel war es, aktuelle Themen und Perspektiven demografischer Entwicklung sächsischer Kommunen für die Weiterentwicklung des Handlungskonzeptes „Demografie“ aufzunehmen. Besonderes Augenmerk lag dabei auf der persönlichen und emotionalen Sicht der Betroffenen.

Bei der sehr gut besuchten Veranstaltung fielen dem Moderatoren-Team in seinem Fazit besonders positiv die engagierte Beteiligung der jüngeren Generation und die motivierte Mitarbeit aller Teilnehmer auf. Die wichtigsten Ergebnisse werden im Folgenden zusammengefasst.

Es wurden vier für die Teilnehmer bedeutende Kernthemen herausgearbeitet:

JUGEND: RÄUME + FREIZEIT,
TOURISMUS + KREATIVE,
LOKALE PRODUKTE, OFFENHEIT + WILLKOMMENSKULTUR sowie
BÜRGERENGAGEMENT + SELBSTVERWALTUNG

Um diese herum lagern sich weitere Ziele wie z.B. grenzübergreifende soziokulturelle Zusammenarbeit, alternative flexible Mobilität, Schaffung von Ortsteilzentren und Kommunikation Bürger - Stadt.

In der vergleichenden Gegenüberstellung wurde deutlich, dass es in unterschiedlicher Weise stark um die „soziale Wärme“ in der Kommune geht. Das Bedürfnis nach Teilhabe am sozialen Miteinander („sächsische Gemütlichkeit“) und nach Gestaltungsmöglichkeiten für dieses Miteinander zeigt sich in sämtlichen Anregungen. Das Selbstbild über Sebnitz wurde von den Teilnehmern allerdings mit „Es geht schon“ definiert. Dieser Slogan wurde häufig zum Bewerten der selbsterlebten Realität bzw. vorhandener Sachverhalte verwendet.

Zentrale Punkte der Auswertung (die ausführliche Dokumentation finden Sie im Downloadbereich) sind daher WERTSCHÄTZUNG + IMAGE (nach Innen und Außen).

Die formulierten Kernthemen bestätigen, die für die Bürger, die Verwaltung und ansässigen Unternehmen wichtigsten Handlungsfelder: Touristische Angebote, Mobilität, Arbeit, Daseinsvorsorge, Baukultur und Ortsteilentwicklung.

EMPFEHLUNGEN der Moderatoren

Um die vorherrschende, häufig formulierte „es geht schon“ Wahrnehmung zu überwinden, sollte das Thema Wertschätzung und Image nach Innen und nach Außen ernst genommen werden. Es gilt ein positives, selbstbewusstes Image für die Große Kreisstadt Sebnitz zu transformieren. Das kann beispielsweise über den Vergleich zu Sebnitz 1999 oder im Vergleich zu ähnlichen Mittelstädten in Sachsen, Deutschland oder Europa erfolgen. Dafür sollte jetzt ein Erkenntnis- und Kommunikationsprozess starten, der die Einwohner und wichtigen Akteure aus der Wirtschaft aktiv mitnimmt und klarstellt, mit welchen emotionalen und faktischen Themen sich die Große Kreisstadt zukünftig positioniert. In Bezug auf andere vergleichbare Mittelstädte hat die Große Kreisstadt Sebnitz eine Reihe von Alleinstellungsmerkmalen entwickelt. Für emotionales Stärken- und Chancenmarketing (u. a. wirkungsvolle Fakten und Botschaften) nach Innen und zielgerichtete Werbung nach Außen für neue Einwohner und Touristen sollte ein Schlüsselprojekt starten.

Die Themen Jugendräume und –projekte sind eng verzahnt mit „Ortsteilzentren schaffen“, „Attraktivere Schulhöfe“, „Selbstverwalteter Jugendtreff“, „Alternative flexible Mobilität“. Hier bieten sich moderne, auch innovative und spannende neue Möglichkeiten für eine frische Stadtentwicklung. Im Bereich JUGEND: RÄUME + FREIZEIT können förderfähige, auch grenzüberschreitende Projekte vorbereitet werden. Das Thema „Stadtzentrum“ und dessen Entwicklung ist in der Großen Kreisstadt Sebnitz mit dem Tourismus verknüpft. Für den im Elbsandsteingebirge stark saisonalen Tourismus ist es wichtig, dass im Stadtzentrum und den Ortsteilen neue Angebote und damit auch neue Beschäftigungsmöglichkeiten entstehen. Dafür ist die Kooperation mit Vermietern, Gastronomen, Hoteliers weiter aktiv zu unterstützen. Erste Ideen für neue „Touristenläden“ wurden erörtert. Sie können mit Blick auf den Grundstücksmarkt und Gebäudeleerstand experimentelle Stadtgestaltung, touristische Nutzung und Wohnnutzungen mit attraktiven Einkaufsmöglichkeiten weiter verknüpfen. Als ein Projekt wurde in diesem Zusammenhang ein „erweiterbarer Hofladen“ definiert. In dieser Idee lassen sich die formulierten Zukunftsvorstellungen miteinander kombinieren. Die Moderatoren empfehlen, diese Idee weitsichtig aufzugreifen und den „Erlebnishof“ (historischer „Dorfladen“, das „traditionsreiche Sebnitzer Stadtgeschäft“) langfristig als Qualitätsmarke in der Sächsischen Schweiz zu entwickeln. Dafür könnte mit Hilfe der sächsischen Förderinstrumente eine Machbarkeitsstudie erarbeitet werden, die konkret den Überblick über Lokalitäten, Betreibermodelle und Kooperationsoptionen untersucht. Hier kann die Stadtverwaltung unterstützend eine Machbarkeitsstudie zum Thema Erlebnishof in Auftrag geben. Wichtig sind Investoren oder Partner, die wirtschaftlich nachhaltig diese Chance aufgreifen.

Für die grenznahen Ortsteile in der Sächsischen Schweiz eignen sich partizipatorische Leitbildprojekte, beispielsweise in Hinterhermsdorf, um den Bedarf vor Ort genauer zu definieren und nach erfolgreichen und sicheren Umsetzungswegen zu suchen. Auch das ist förderfähig.

Die natürliche Schönheit der Sächsischen Schweiz sollte für die Wirtschaftsförderung noch stärker als Standortvorteil genutzt werden, um Gewerbe bzw. Unternehmen anzuwerben und langfristig neue moderne Beschäftigungsmöglichkeiten auch im Dienstleistungsbereich zu sichern.