Asylsuchende und Unterbringung von Flüchtlingen

Auf dieser Seite finden Sie Informationen rund um das Thema Asyl allgemein und speziell hier in Sebnitz.

OB offener Brief1

Offener Brief der Bürgermeister an das Bundeskanzleramt

Aufnahme von Flüchtlingen in Sebnitz

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

ich wende mich mit einem Thema an Sie, das nicht nur auf Bundes- und Landesebene, sondern sicherlich auch in unserer Stadt konträr diskutiert wird und zu unterschiedlichen Bewertungen führt – die Aufnahme von Flüchtlingen in unserer Stadt.

Täglich können wir in den Medien über die schlimmen Situationen der Flüchtlinge lesen, hören und sehen. Selbst wenn sie ihre Flucht durch fremde Länder, teilweise quer durch Afrika und anschließender lebensbedrohlicher Fahrt über das Mittelmeer geschafft haben, stoßen sie mittlerweile bei uns in den Erstaufnahmelagern auf Zustände, die wenig menschenwürdig sind. Es sollte daher unsere Aufgabe sein, diesen Menschen, die überwiegend nur ihr nacktes Leben retten konnten und oft von ihren Familien getrennt wurden, möglichst schnell eine geeignete Unterkunft zu beschaffen.
Genauso wichtig ist, dass wir diese Menschen nicht alleine lassen. Sie kommen aus fremden Kulturen, können unsere Sprache nicht und haben somit eine hohe Hürde zu nehmen, um mit uns ins Gespräch zu kommen.

Die Stadt Sebnitz nimmt seit geraumer Zeit Flüchtlinge auf.

Waren es Anfang März 2015 noch 45, sind es heute (Stand 25.08.2015) bereits 98 Flüchtlinge. Die Verwaltung verzichtet dabei bewusst auf die Anmietung großer Komplexe, vielmehr möchte sie die Flüchtlinge dezentral in Wohnungen der Wohnungsbaugesellschaft Sebnitz mbH unterbringen, um eine gute Integration in der Stadt zu erreichen. Bereits in seiner Sitzung am 26. November 2014 hat sich der Stadtrat dafür ausgesprochen, diese Problematik aktiv anzugehen. Im Rathaus haben wir über das Demografieprojekt dazu eine Sachbearbeiterstelle eingerichtet.

Ein großer Dank gebührt schon jetzt den vielen Freiwilligen, die sich in unserer Stadt ak-tiv in der Flüchtlingsbetreuung engagieren. Wir werden noch mehr Hilfe brauchen. Zeigen wir, dass wir die Flüchtlinge, die Schlimmeres erlebt haben, als die meisten von uns es sich je vorstellen können, als eine offene und tolerante Gemeinschaft in unserer Stadt willkommen heißen. Wer die Sächsische Zeitung zu diesem Thema verfolgt, hat es bereits gelesen, für alle anderen möchte ich diese Geschichte noch einmal wiedergeben, die in bemerkenswerter Art die Willkommenskultur eines Busfahrers aus Erlangen beschreibt, der 15 Flüchtlinge in seinem Bus mit folgenden Worten begrüßte: „Ich habe eine wichtige Nachricht für alle Menschen aus der ganzen Welt in diesem Bus: Willkommen! Willkommen in Deutschland, willkommen in meinem Land, haben Sie einen schönen Tag!“
 

Diese Geschichte zeigt, dass es oft nur wenig bedarf, um den Flüchtlingen das Gefühl zu geben, willkommen zu sein und ein neues Leben in Freiheit und ohne Angst beginnen zu dürfen, unabhängig davon, ob ihr Asylantrag angenommen wird und wie lange sie in Deutschland und bei uns wohnen und leben werden. Ich bin mir sicher, dass wir diesen Menschen, sofern sie in unserer Stadt eine Unterkunft finden werden, für die Dauer ihres Aufenthaltes die Hilfe und Unterstützung zukommen lassen, die sie nach ihrer langen Odyssee benötigen.

Ihr
Mike Ruckh, Oberbürgermeister

Kontakt und Anfragen

Stadtverwaltung Sebnitz
Kirchstraße 5, 01855 Sebnitz
SG Demografie/Asyl
Frau Susann Pohl
Tel. 035971/84 187
E-Mail: susann.pohl@stadtverwaltung-sebnitz.de